Alte Heimat – neue Heimat
Die georgische Filmemacherin Dea Tcholokava verbrachte 2025 als Stipendiatin des Goethe-Institut sechs Monate am documenta archiv in Kassel. Während ihres Aufenthaltes begab sie sich auf die Suche nach den Spuren georgischer Künstlerinnen und Künstler in der Geschichte der documenta. So näherte sie sich zugleich dem vielschichtigen Thema der Migration.
Im Zentrum der Studioausstellung steht ihr 18-minütiger Filmessay From Countless Sleepless Nights. Darin verwebt sie die Recherche im documenta archiv mit Streifzügen durch die Stadt. Die zufälligen Begegnungen und Beobachtungen hat Dea Tcholokava zu einem filmischen Tagebuch verarbeitet. Entstanden ist eine poetische und zugleich persönliche Reflexion über Fremdheit und Vertrautheit, über Identität, Herkunft, Zugehörigkeit und Koexistenz. Die Auseinandersetzung mit persönlichen Geschichten und Lebenswegen lässt dabei – neben der Kunst der documenta etwa Olui Oguibes Fremdlinge und Flüchtlinge Monument – auch unerwartete Protagonisten in den Vordergrund treten: die Kasseler Waschbären, die nach Einbruch der Dunkelheit in Parks, Gärten und Hinterhöfen aktiv werden und – gewollt oder nicht – längst in der documenta Stadt heimisch geworden sind.
Ausgehend von den inhaltlichen Motiven wird Tcholokavas Film durch eine Auswahl von Archivmaterialien aus der Geschichte der documenta gerahmt. Auf diese Weise eröffnet die Präsentation einen Dialog zwischen filmischer Recherche und institutionellem Gedächtnis. Präsentiert werden unter anderem Archivalien zu den documenta Beiträgen von Jonas Mekas, Olu Oguibe, Georgij Schengelaia, Pavel Braila oder Hans Haacke.
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