• Vortrag/Lesung/Vorführung

Das Ortskuratorium Kassel der Deutschen Stiftung Denkmalschutz unter der Leitung von Claudia Ulrich lädt Sie ganz herzlich ein zu einem Vortrag von Thomas Brandt, dem ehemaligen Leiter der Städtischen Schule für Kunst und Theater in Neuss.

Eine kleine Stilkunde für Kassel. Folge 3: Können Bauwerke expressiv sein? Die Epoche der expressionistischen Architektur.
 
Am Ende des Ersten Weltkrieges entsteht im Deutschen Reich eine neue Architektursprache, deren Vorläufer schon 1915 als „expressionistisch“ beschrieben werden, mit kristallin-gezackten, kurvigen und organischen Linien, die zur Ausdruckssteigerung eingesetzt werden, im Gegensatz zu den nüchternen, geraden Linien des Neuen Bauens, für die das Bauhaus steht. Im nördlichen Deutschland entwickelt sich der Backsteinexpressionismus, während sich ab Ende der 1920er Jahre Elemente des Stils mit denen des Art Déco und des neusachlichen Bauens vermischen. Viele namhafte deutsche Architekten entwerfen einige Jahre ihres Schaffens Gebäude, die dem expressionistischen Stil verpflichtet sind. Vier Gebäude, die in keiner Architekturgeschichte fehlen dürfen, bilden den Auftakt des Stils: das Glashaus auf der Werkbund-Ausstellung von Bruno Taut in Köln (1914), das Große Schauspielhaus von Hans Poelzig in Berlin (1919), der Einsteinturm von Erich Mendelsohn in Potsdam (1920- 22) und das Chilehaus von Fritz Höger in Hamburg (1922-24). Der Vortrag zeigt zu Beginn Quellen auf, aus denen sich die Entwicklung des architektonischen Expressionismus speist. Vorgestellt werden darüber hinaus die expressionistischen Werkphasen von Hans Poelzig, Hans Scharoun, Otto Bartning und Fritz Höger. Der Vortrag schließt mit Verweisen auf Kasseler Beispiele des Stils sowie auf typische Bauelemente des Expressionismus.

In Kooperation mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Ortskuratorium Kassel

Der Eintritt ist frei. Um Spenden für die Arbeit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz wird gebeten. 


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Autor:in

Kulturamt Stadt Kassel