Mit dem Cello nach Sibirien

Konzert
Hommage an LiseCristiani (1825-1853), die erste Frau, die es 1844 erstmals wagte, öffentlich mit einem Cello auf die Bühne zu treten.

Am 21. Februar um 19:30 findet in Palais Bellevue ein Konzertabend mit Kompositionen aus dem Repertoire von Lise Cristiani und der Erzählung über ihr Leben statt. Musik und Text verweben sich und führen durch die einzigartige Geschichte Lise Cristianis. 



Die Cellistin LiudmilaFiragina (Frankfurt, Cellostudium in Sankt Peterburg) erfuhr durch die Doktorarbeit „Cellistinnen“* von Lise Cristiani und war sogleich fasziniert. Ihre Begeisterung steckte nicht nur die Autorin SimoneJung an, die einen Dokumentarfilm realisierte und die aufregende Geschichte Lise Cristianis niederschrieb. Auch die Pianistin JuliaReingardt ließ sich mitreißen vom wundervollen Repertoire jener Zeit. Alle drei ehren die Künstlerin zu ihrem 200. Geburtstag (04.12.1825).

Es erklingen Werke von Komponisten wie Jacques Offenbach und Felix Mendelssohn Bartholdy, aber auch von weniger bekannten Komponisten, darunter Alexandre Batta, Adrien-François Servais u.a., damals berühmte Zeitgenossen Lise Cristianis, denen sie begegnet war und deren Werke sie spielte.



Wie war es im 19. Jahrhundert für Lise Cristiani als konzertierende Cellistin?

Konzerttickets für eine das Cello spielende Frau? Obszön! Ein Tabubruch! So etwas Skandalöses hatte die Pariser Gesellschaft noch nicht gesehen. Bislang war das Instrument nur von Männern gespielt worden. Musste man es doch zwischen die Beine nehmen, völlig undenkbar für eine Frau. Vermutlich strömte das Publikum vor allem deshalb in die Konzertsäle. Dort stiegen manche auf die Sitze, um zu sehen wie sie das wohl macht. Die `graziöse Erscheinung´ wird ganz sicher `niemals so ausdrucksstark spielen können wie es Herren vermögen´, schrieben Journale. 

Doch Lise Cristiani wurde nicht nur verspottet, sondern auch bewundert. Mit 19 Jahren ging sie auf ihre erste Konzertreise durch Europa und bezauberte das Publikum. Im Gewandhaus in Leipzig trat sie neben namhaften Künstlern wie Felix Mendelssohn Bartholdy auf. Der Komponist war so angetan, dass er ihr sogar ein Musikstück widmete, Romance sans paroles (Lied ohne Worte), Op. 109. 



1848 begann Lise Cristiani eine mehrjährige, abenteuerliche Reise, auf der sie ihre Musik bis zum äußersten Zipfel Sibiriens brachte, wie sie selbst schreibt, „an Orte, wo niemals zuvor ein Künstler hingekommen ist“.

* Katharina Deserno, „Cellistinnen“. Transformationen von Weiblichkeitsbildern in der Instrumentalkunst, Böhlau Verlag



Eintritt 20€, ermächtigt 15€
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Preis Erwachsener: 20,00 €

Ansprechpartner:in

Palais Bellevue - Remise
Schöne Aussicht 2
34117 Kassel

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