• Konzert
  • ab 20,00 € p.P.
Frederic Chopin – Klavierkonzert Nr. 1 e-moll

Louis Spohr – Sinfonie “Die Weihe der Töne”

Lilia Gilmanova – Klavier

Matthias Enkemeier – Leitung

Eintritt 20 € / Arbeitsuchende, Studierende, Auszubildende 10 € / Schüler frei

Kartenvorverkauf: Teehaus Harleshausen / billetto

https://billetto.eu/e/herbstkonzert-harleshauser-kammerorchester-Tickets-1984525?bref=eyJzIjoib3JnYW5pc2VyIiwibSI6InNoYXJlIiwiYyI6Im1hbmFnZV92aXNpdCIsImNvIjoiMSIsInQiOjE3ODkwNjE5MjJ9https://billetto.eu/e/herbstkonzert-harleshauser-kammerorchester-Tickets-1984525?bref=eyJzIjoib3JnYW5pc2VyIiwibSI6InNoYXJlIiwiYyI6Im1hbmFnZV92aXNpdCIsImNvIjoiMSIsInQiOjE3ODkwNjE5MjJ9

Chopin – Klavierkonzert Nr. 1 e-Moll

Ach, Frankreich! Man denkt gern an unser Nachbarland mit seinem savoir vivre in lauen Sommernächten. Doch es hält nicht immer pures Glück bereit: Der virtuose Pole Frédéric Chopin starb dort viel zu früh in Folge von Überanstrengung. Gut, dass seine beiden Klavierkonzerte frühzeitig, noch kurz vor der Übersiedlung aus Warschau, entstanden. Natürlich saß der gerade einmal 20 Jahre alte Chopin selbst an den Tasten, als das e-Moll-Konzert 1830 in Warschau uraufgeführt wurde – schon zwei Wochen darauf brach er nach Paris auf. Doch es droht Verwechslungsgefahr bei der Zählung: Chopins etwa 40 Minuten langes »erstes« Klavierkonzert entstand eigentlich ein Jahr nach dem »zweiten« in f-Moll, dessen Notenmaterial auf einer Tournee verloren gegangen war und deshalb neu erstellt werden musste, so dass die Konzerte in vertauschter Reihenfolge publiziert wurden. Heute zählt dieses Werk aber ohne Zweifel zu den rund zwei Handvoll wirklich unsterblichen Klavierkonzerten der Musikgeschichte.

Zwar startet der erste Satz, das Allegro maestoso, mit einer ausführlichen Orchestereinleitung, in der drei Themen vorgestellt werden. Doch im weiteren Verlauf lässt das Orchester dem Solisten meist den Vortritt. Muss man deshalb von einem formalen Rückschritt gegenüber Beethoven sprechen? Gab Chopin die dialogische Struktur mutwillig auf oder war er nicht in der Lage, den Orchestersatz auf Augenhöhe mit dem Klavierpart zu gestalten? Klar ist, dass seine Konzerte, wie es in diesen Jahren üblich war, vor allem dazu dienten, dem Virtuosen eine Bühne zu geben. Und so bleibt das Orchester folgerichtig darauf beschränkt, Solopassagen zu »verbinden«. Bemerkenswert ist allerdings, dass dieses Jugendwerk – Chopin war erst 20 Jahre alt – keineswegs künstlerischer Bedeutung entbehrt und bis heute verzaubert.

Im Larghetto hören wir eine Art Nocturne, wenn die linke Hand eine Achtelgrundlage spielt und die rechte dazu singt. Dieser Satz ist voller Romantik und lässt bereits die Musik eines Debussy erahnen, wenn in hoher Lage kleine »impressionistische« Melodiefetzen erklingen. Doch natürlich verweilen wir nicht ewig in dieser verträumten Stimmung.

Denn der Virtuose braucht zum Abschluss eines Konzertes kräftigeres Material. Und so greift der dritte Satz mit klar akzentuierten Akkorden in das Geschehen ein. Tänzerisch-rauschhaft endet das Konzert.

Hamburger Symphoniker

Die Weihe der Töne

In den Sommerferien 1832, als Spohr und seine Frau in Bad Nenndorf zur Kur waren, muss die Zukunft für ihn trübe ausgeschaut haben. Während er dort war, blätterte er in einem Gedenkband mit Gedichten seines 1831 verstorbenen Freundes Carl Pfeiffer und war besonders von Die Weihe der Töne beeindruckt. Das Gedicht mit seinen Metaphern für die Beziehung zwischen der Musik und dem Leben inspirierte Spohr zu der Idee, es als Kantate zum Andenken an Pfeiffer zu vertonen, fühlte jedoch, dass die Verse dafür nicht geeignet waren und wurde stattdessen von der Herausforderung besessen, sie als Grundlage für ein großes Orchesterwerk zu verwenden: seine Symphonie Nr. 4 in F-Dur op. 86, die er zwischen Juli und Oktober 1832 komponierte.

Bereits 1828 hatte Rochlitz, ein mit Spohr befreundeter Leipziger Musikkritiker, Spohr Anregungen für seine dritte Symphonie geschickt, die für dieses Werk aber zu spät eintrafen. Rochlitz schlug vor, dass es nicht an schlichtem, prägnanten Material oder starken Kontrasten mit innigeren Passagen fehlen sollte. Er fügte hinzu, dass es möglich sein sollte, völlig neue oder selten verwendete Formen für Symphonien zu finden, was es dem Komponisten leichter machte, seine Erfindung frisch zu erhalten und auch bedauerliche Vergleiche vermied. Rochlitz bezog sich natürlich auf die Symphonien Beethovens, die bereits einen großen Schatten über seine jüngeren Zeitgenossen warfen. Rochlitz’ Idee von „selten verwendeten Formen“ vereinte sich mit Pfeiffers poetischer Symbolik als Spohr musikalische Sätze konstruierte, die auf den Strophen des Gedichts beruhten. Er verlangte, dass das Gedicht vor der Aufführung für das Publikum rezitiert oder im Programm gedruckt werden sollte, und gab die Details des Inhalts in der Partitur an. …

Spohr dirigierte die Uraufführung der Symphonie am 4. November 1832 in Kassel; das Werk wurde schnell als sein symphonisches Meisterstück gepriesen und blieb viele Jahrzehnte im Kernrepertoire. Abgesehen vom letzten Abschnitt von Haydns „Abschieds“ – Symphonie (Nr. 45) gibt es unter Spohrs Vorgängern kein Vorbild für eine Symphonie, die mit einem langsamen Finale schließt. Es war also definitiv eine „selten verwendete Form“, und dieses Spohr-Finale erwies sich als bedeutendes Beispiel für zukünftige Komponisten, darunter Tschaikowsky (Symphonie Nr. 6) und Mahler (Symphonien Nr. 3 und 9).

Keith Warsop
 
Quelle: https://www.kassel.de/
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Preisinformationen

Preis Erwachsener: 20,00 €

Autor:in

Stadt Kassel