29. September – 18. Dezember 2026
documenta archiv
Untere Karlsstraße 4, 34117 Kassel
Ein Neuzugang mit wertvollen Künstlerbüchern und Korrespondenzen erreicht das documenta archiv – die Restaurierung ist immer dabei, prüft den Zustand, prüft, ob sich irgendwo papierliebende Fischchen eingenistet haben. Oder, ein in diesen Zeiten sehr reales Szenario: Starkregen droht in die Depoträume einzudringen. Dank des Notfallplans ist auch das übrige Archivteam vorbereitet, die einmaligen Sammlungen aus 70 Jahren documenta Geschichte zügig in Sicherheit zu bringen. Und wie schützen wir unsere Bestände, empfindliche Fotos und Filme, eigentlich vor den Rekordtemperaturen des Sommers?
Anlässlich des Europäischen Tags der Restaurierung fragt die letzte Studioausstellung des Jahres, was es im documenta archiv bedeutet, materielles Kulturerbe für die nächsten Generationen zu sichern. Unter dem Motto “Kulturgut erhalten” lädt die Restaurierungsabteilung dazu ein, den reichen Materialbestand durch die Lupe der Konservierung zu entdecken und den Blick zu schärfen für die täglichen Herausforderungen, für Arbeitsweisen, Schadensfälle und ihre Behebung.
Die Ausstellung führt die ganze Breite der Restaurierungstätigkeit im documenta archiv vor: von der Sicherung audiovisueller Medien über den Umgang mit klassischen Archivalien aus Papier bis hin zu Gemälden und dreidimensionalen Objekten, etwa den filigranen Drahtplastiken Harry Kramers oder den Möbelentwürfen Arnold Bodes – und sie zeigt die Menschen dahinter, deren Arbeit oft unsichtbar bleibt.
Anschaulich wird ein abwechslungsreiches Aufgabenspektrum und attraktives Berufsfeld, in dem sich diverse Disziplinen bündeln. Neugierde auf chemische und physikalische Prozesse zählen genauso dazu wie Kenntnisse in der Kunstgeschichte. Jedes Objekt, jedes Material, jedes Medium wirft eigene Fragen auf, die es zu lösen gilt, indem untersucht, experimentiert und dokumentiert, von Fall zu Fall retuschiert oder rekonstruiert wird.
Die Studioausstellung beleuchtet konkrete Fälle aus der Restaurierungspraxis und eröffnet zugleich eine weitere Perspektive. Im Raum stehen stets auch ethische Entscheidungen: es geht um die Bewahrung von Geschichte, Materialität und Erinnerung – und damit um die Zukunft des documenta Erbes.
Kuratorisches Gespräch zur Eröffnung
mit Melissa Köhler und Arlett Sauermann: 29. September 2026, 11 Uhr
Begrüßung: Birgitta Coers
Idee und Ausstellungskonzept: Melissa Köhler und Arlett Sauermann
Mitarbeit: Michael Gärtner, Natalie Schmidt, Susanne Rübsam
Öffentliche Führungen:
13. Oktober 2026: 15 Uhr – 16 Uhr
13. November 2026: 10 Uhr -11 Uhr
powered by RCE-Event
Autor:in
Fridericianum






