Kasseler Grimm-Poetikprofessur von Lutz Seiler
Lutz Seiler (*1963) bekleidet 2026 die Grimm-Poetikprofessur der Universität Kassel. Er zählt aktuell zu den wichtigsten deutschsprachigen Gegenwartsautor:innen.
Ursprünglich ist Lutz Seiler als Lyriker in Erscheinung getreten. Er hat neben seinen bisher fünf sprachexperimentellen Lyrik-Bänden – »berührt/geführt« (1995), »pech & blende« (2000), »vierzig kilometer nacht« (2003), »im felderlatein« (2010) und »schrift für blinde riesen« (2021) – auch Erzählungen, zwei Romane und mehrere Essays vorgelegt. Lutz Seilers lyrische Texte zeichnen sich durch einen experimentellen und zugleich intertextuell anspielungsreichen Stil aus, mit dem er Seelenlandschaften und vergangene Zeiten im Privaten ebenso wie im Gesellschaftlich-Politischen erkundet.
Als Romancier greift er DDR-Themen zur Zeit des Mauerfalls und der Wendezeit auf, die der im thüringischen Umland von Gera aufgewachsene Schriftsteller als Zeitzeuge der Wiedervereinigung Deutschlands noch in seiner Studienzeit in Halle und Berlin selbst erlebt hat. Sein Romandebüt »Kruso« (2014) ist als Wenderoman gelesen worden, der ebenso »durch seine vollkommen eigenständige poetische Sprache« wie durch »seine sinnliche Intensität und Welthaltigkeit« (Begründung der Jury zur Verleihung des Deutschen Buchpreises) überzeugt hat.
Sein zweiter Roman »Stern 111« (2020) spielt in den Monaten nach dem Mauerfall. Er fokussiert eine ostdeutsche Familie, die versucht, sich ein neues Leben in Westdeutschland aufzubauen. Themen der ostdeutschen und wiedervereinigten deutschen Erinnerungskultur treten in beiden Romanen deutlich hervor. Seilers stellenweise autobiografischen Texte dokumentieren einerseits die historische Wendezeit, andererseits sind sie überzeitlich und poetisch als philosophische Reflexionen über Freiheit und (Lebens-)Gemeinschaft zu lesen.
Als Gegenwartsautor ist Seiler international bekannt. Seine Texte sind in über 25 Sprachen übersetzt. »Kruso« wurde filmisch unter dem gleichnamigen Titel unter der Regie von Thomas Stuber adaptiert (D 2018). Seiler hat bereits zahlreiche renommierte Literaturpreise erhalten, darunter 2007 den Ingeborg-Bachmann-Preis für die Erzählung »Turksib« (2008), 2014 den Deutschen Buchpreis für »Kruso« und 2020 den Leipziger Buchpreis für »Stern 111«. 2023 ist er sowohl mit dem Berliner Literaturpreis als auch mit dem Georg Büchner-Preis für sein Gesamtwerk geehrt worden. Seiler hatte bereits 2015 die Heidelberger Poetikdozentur inne, es folgten die Bamberger Poetikdozentur (2023) sowie die Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der Freien Universität Berlin (2023/24).
Die öffentlichen GPP-Veranstaltungen mit Lutz Seiler finden an den folgenden Terminen an der Universität Kassel auf dem Campus Holländischer Platz (HoPla) statt:
Mi., 17. Juni 2026, 18–20 Uhr | Campus Center, Hörsaal 4 – öffentliche Poetik-Vorlesung:
»Lost in Los Angeles. Der ungeschriebene Roman«
Do., 18. Juni 2026, 18–20 Uhr | Campus Center, Hörsaal 4 – öffentliche Lesung:
»Das tickende Herz. Der geschriebene Roman & andere Geschichten«
Hintergrund zur Brüder-Grimm-Poetikprofessur
Die Poetikprofessur wird seit 1985 von der Universität Kassel vergeben und zurzeit von der Kasseler Sparkasse gestiftet. Bisher wurden bereits bedeutende Autor:innen, Dramatiker:innen und Filmschaffende geehrt – darunter etwa Herta Müller (1998), Volker Schlöndorff (2011), Felicitas Hoppe (2019), Terézia Mora (2021) und Judith Herrmann (2025). In öffentlichen Veranstaltungen reflektieren die Preisträger:innen künstlerische Prozesse und ihre Arbeiten.
Weitere Infos unter:
www.uni-kassel.de/go/gpp-seiler
Organisation/Kontakt:
Prof. Dr. Stefanie Kreuzer, www.uni-kassel.de/go/kreuzer
Quelle: https://www.kassel.de/ powered by RCE-Event
Ursprünglich ist Lutz Seiler als Lyriker in Erscheinung getreten. Er hat neben seinen bisher fünf sprachexperimentellen Lyrik-Bänden – »berührt/geführt« (1995), »pech & blende« (2000), »vierzig kilometer nacht« (2003), »im felderlatein« (2010) und »schrift für blinde riesen« (2021) – auch Erzählungen, zwei Romane und mehrere Essays vorgelegt. Lutz Seilers lyrische Texte zeichnen sich durch einen experimentellen und zugleich intertextuell anspielungsreichen Stil aus, mit dem er Seelenlandschaften und vergangene Zeiten im Privaten ebenso wie im Gesellschaftlich-Politischen erkundet.
Als Romancier greift er DDR-Themen zur Zeit des Mauerfalls und der Wendezeit auf, die der im thüringischen Umland von Gera aufgewachsene Schriftsteller als Zeitzeuge der Wiedervereinigung Deutschlands noch in seiner Studienzeit in Halle und Berlin selbst erlebt hat. Sein Romandebüt »Kruso« (2014) ist als Wenderoman gelesen worden, der ebenso »durch seine vollkommen eigenständige poetische Sprache« wie durch »seine sinnliche Intensität und Welthaltigkeit« (Begründung der Jury zur Verleihung des Deutschen Buchpreises) überzeugt hat.
Sein zweiter Roman »Stern 111« (2020) spielt in den Monaten nach dem Mauerfall. Er fokussiert eine ostdeutsche Familie, die versucht, sich ein neues Leben in Westdeutschland aufzubauen. Themen der ostdeutschen und wiedervereinigten deutschen Erinnerungskultur treten in beiden Romanen deutlich hervor. Seilers stellenweise autobiografischen Texte dokumentieren einerseits die historische Wendezeit, andererseits sind sie überzeitlich und poetisch als philosophische Reflexionen über Freiheit und (Lebens-)Gemeinschaft zu lesen.
Als Gegenwartsautor ist Seiler international bekannt. Seine Texte sind in über 25 Sprachen übersetzt. »Kruso« wurde filmisch unter dem gleichnamigen Titel unter der Regie von Thomas Stuber adaptiert (D 2018). Seiler hat bereits zahlreiche renommierte Literaturpreise erhalten, darunter 2007 den Ingeborg-Bachmann-Preis für die Erzählung »Turksib« (2008), 2014 den Deutschen Buchpreis für »Kruso« und 2020 den Leipziger Buchpreis für »Stern 111«. 2023 ist er sowohl mit dem Berliner Literaturpreis als auch mit dem Georg Büchner-Preis für sein Gesamtwerk geehrt worden. Seiler hatte bereits 2015 die Heidelberger Poetikdozentur inne, es folgten die Bamberger Poetikdozentur (2023) sowie die Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der Freien Universität Berlin (2023/24).
Die öffentlichen GPP-Veranstaltungen mit Lutz Seiler finden an den folgenden Terminen an der Universität Kassel auf dem Campus Holländischer Platz (HoPla) statt:
Mi., 17. Juni 2026, 18–20 Uhr | Campus Center, Hörsaal 4 – öffentliche Poetik-Vorlesung:
»Lost in Los Angeles. Der ungeschriebene Roman«
Do., 18. Juni 2026, 18–20 Uhr | Campus Center, Hörsaal 4 – öffentliche Lesung:
»Das tickende Herz. Der geschriebene Roman & andere Geschichten«
Hintergrund zur Brüder-Grimm-Poetikprofessur
Die Poetikprofessur wird seit 1985 von der Universität Kassel vergeben und zurzeit von der Kasseler Sparkasse gestiftet. Bisher wurden bereits bedeutende Autor:innen, Dramatiker:innen und Filmschaffende geehrt – darunter etwa Herta Müller (1998), Volker Schlöndorff (2011), Felicitas Hoppe (2019), Terézia Mora (2021) und Judith Herrmann (2025). In öffentlichen Veranstaltungen reflektieren die Preisträger:innen künstlerische Prozesse und ihre Arbeiten.
Weitere Infos unter:
www.uni-kassel.de/go/gpp-seiler
Organisation/Kontakt:
Prof. Dr. Stefanie Kreuzer, www.uni-kassel.de/go/kreuzer
Quelle: https://www.kassel.de/ powered by RCE-Event
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Ansprechpartner:in
Campus Center, Hörsaal 4
Moritzstraße 18, 34127 Kassel,
34127 Kassel
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